Bus & ÖSPV

Garant für Mobilität

Busse und Bahnen des öffentlichen straßengebundenen Personenverkehrs (kurz: ÖSPV) fahren immer erfolgreicher: Im Jahr 2010 waren in Deutschland täglich rund 21 Mio. Menschen mit Bussen und Straßenbahnen unterwegs – täglich über 1 Mio. Fahrgäste mehr als noch zur Jahrtausendwende! Besonders kundenfreundliche Angebote werden meist mit noch höheren Zuwachsraten belohnt. 

In den Groß- und Mittelstädten, den Ballungszentren und Verdichtungsräumen spielt der ÖSPV immer mehr eine tragende Rolle als Garant für klimaschonende und bezahlbare Mobilität. Junge Erwachsene im städtisch geprägten Umfeld beginnen sich abzuwenden vom eigenen Auto; sie interessieren sich vielmehr für ein übertragbares Jahresabo im Verkehrsverbund oder Ländertickets für den Familienausflug. Es gilt, diese Trends durch die Entwicklung neuer, kundenfreundlicher Angebote auf wirtschaftlich tragfähiger Basis zu stärken.

 

 

Herausforderungen meistern

 

Ganz anders stellt sich die Ausgangssituation in dünn besiedelten, ländlich geprägten Regionen dar. Mit dem demographischen Wandel sind vielerorts die Schülerzahlen erheblich zurückgegangen und werden künftig weiter sinken. Einsparmöglichkeiten im Schülerverkehr ergeben sich dadurch keine – im Gegenteil: Dort wo bisher 10 Schüler an der Haltestelle standen, warten jetzt noch 7 Schüler auf den Bus. Die Fahrzeuge im Schülerverkehr sind zwar weniger stark ausgelastet, werden aber alle im Einsatz bleiben müssen.
Mit Einführung der Ganztagsschulen werden nicht mehr 1-2 Rückfahrten von der Schule, sondern bis zu 4 Rückfahrten – mit jeweils weniger Schülern pro Fahrt – angefordert. Gleichzeitig setzen erheblich gestiegene Personal- und Kraftstoffkosten den Verkehrsunternehmen immer mehr zu. Selbst deutliche Fahrpreiserhöhungen
und zusätzliche Einschnitte im Nahverkehrsangebot können diese Entwicklung nicht ausgleichen, außer dass sie zu noch weniger Fahrgästen im “Jedermannverkehr” führen. Letztlich wird selbst die Finanzierung des unabdingbar
notwendigen Schülerverkehrs gefährdet.

BPV stellt sich diesen Herausforderungen. Wir beraten Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen insbesondere in ländlichen Regionen, wie sie mit dieser Problematik ganz grundsätzlich umgehen können. Wir entwickeln maßgeschneiderte Lösungen zur Sicherung des ÖSPV im Schülerverkehr und für die allgemeine Daseinsvorsorge bis hin zu neuen Angeboten, etwa im Rahmen des sanften Tourismus.

 


Ihre Ziele – unsere Aufgaben

Übliche Anforderungen im straßengebundenen Personennahverkehr (kurz: ÖSPV) sind Maßnahmen zur Sicherung von Mindeststandards, die Optimierung betrieblicher, wirtschaftlicher und organisatorischer Aspekte oder die Entwicklung marktfähiger und finanzierbarer Neuangebote. Daraus leiten sich für uns die folgenden Kernaufgaben ab:

  • Analyse und Bewertung relevanter Strukturmerkmale: Nach Maßgabe von Angebot, Nachfrage und Potenzial untersuchen wir die örtlichen Gegebenheiten und Schwachstellen auf Basis allgemein verfügbarer, statistischer Daten sowie betrieblicher Daten in Abstimmung mit dem Auftraggeber. Wir verwenden GIS-gestützte Kartografie sowie den eigens entwickelten Bewertungsansatz PEARL (Prozessoptimierung und Effizienz Analyse zur Revision von Liniennetzen).
  • Sicherung von Gestaltungsrahmen und Budgets der öffentlichen Hand: Die klare Positionierung der Aufgabenträger hinsichtlich Standards und Leistungsmengen beim ÖSPV sowie die Fixierung realistischer Finanzierungsgrundlagen sind wesentliche Voraussetzungen, auch unter schwierigen Marktbedingungen oder im Umfeld eigenwirtschaftlicher Angebotsstrukturen, das “Heft in der Hand” zu behalten. Der Schlüssel dazu ist der Nahverkehrsplan (NVP). Wir begleiten die gesamte Aufstellung bzw. Fortschreibung des NVP gemäß aller rechtlichen Anforderungen oder unterstützen gezielt die Erarbeitung von Teilbausteinen und Sicherungskonzepten. Wir stehen außerdem im Vorfeld sowie bei der Durchführung und Nachbereitung von Vergabeverfahren für Beratung und Projektsteuerung u.a. mit unserem Ausschreibungs- und Kommunikationsportal DAiSikomm® zur Seite.
  • Fahrplanung, Betriebsabläufe und Kostenstruktur tragfähig optimieren: Ob als Betriebsplanung für Verkehrsunternehmen oder als Musterplanung für Aufgabenträger, etwa zur Vorbereitung eines Vergabeverfahrens: Unsere Fahr-, Umlauf- und Dienstpläne sind stets 1:1 umsetzbar und auf Wunsch nach betrieblichen und/oder ökonomischen Kritierien – für Liniennetze und Fahrzeugflotten beliebiger Größe – optimiert. Das Ergebnis ist die konkrete Bemessung von Fahrzeugbedarf, Dienstplanmasse und anderen Entscheidungskriterien für die technisch-betriebliche Machbarkeit und die anzunehmenden Kosten. Dabei greifen wir auf moderne Fahrplanungs- und Optimierungssysteme namhafter Hersteller zurück. Unser selbst entwickeltes Verfahren BONuS (Betriebliche Optimierung Nahverkehr und Schülerbeförderung) ermöglicht eine abgestimmte, wirtschaftliche Planung auch bei häufig wechselnden Nachfrageströmen (z.B. schuljahresweise).
  • Flexible Angebote entwickeln für heutige und zukünftige Marktstrukturen: Für unterschiedliche Verkehrsträger und Bedienungsformen erarbeiten wir neue, wirtschaftliche Konzepte für veränderte Nachfrageströme oder zur Gewinnung zusätzlicher Fahrgäste für Bus und Bahn – von der Machbarkeitsstudie bis zur Umsetzungsplanung.

 

Methodik und Erfolg

 

  • BPV verfährt nach einem iterativen Planungsansatz
  • Ausgehend von Zielvorgaben und Eckpunkten nähern wir uns Schritt für Schritt der Rahmenkonzeption und schließlich der Umsetzungsplanung 
  • Der Erfolg gibt uns Recht: 95% aller unserer Konzepte wurden in die Realität umgesetzt
  • Es konnten Einsparungen von bis zu 25% realisiert werden
  • Gleichzeitig wurden die Netztransparenz und die Nachfrage gesichert

 


Wesentlich dafür waren eine hohe örtliche Präsenz und die Einbindung aller “Schlüsselpersonen” in den laufenden Prozess.