SPNV & Infrastruktur

Dipl.-Ing. Mario Pott ist seit dem Jahr 2000 zunächst für Herrn Dr. Zimmer, dann für unsere Gesellschaft tätig. Aufbauend auf seinem Studium des Bauingenieurwesens mit den Vertiefungen Verkehrsplanung, Stadtplanung und Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Universität Kaiserslautern und einem kaufmännischen Grundlagenstudium (Vordiplom Wirtschaftswissenschaften) an der Universität Paderborn hat er bereits im Studium Betriebskonzepte für Bahnverkehre entwickelt und deren Wirtschaftlichkeit bewertet. Er hat unter anderem mit dem Schinkelpreis 1999 seine Kreativität und Teamfähigkeit in einem Angebotskonzept für die Heidekrautbahn unter Beweis gestellt bzw. eine Reaktivierung der Hunsrückstrecke (Mainz – Hahn – Trier) bewertet.

Die technisch-betriebliche Feinkonzeption und die betriebswirtschaftliche Optimierung bei Bus- und Bahnkonzepten sind seit über 16 Jahren zentrale Inhalte seiner Arbeit. Hinzu kommt die Bewertung bestehender und instandzusetzender Eisenbahninfrastrukturen. Anfänglich hatte sich seine Arbeit auf die Erfordernisse der Optimierung etablierter  ÖPNV-Angebote vieler öffentlicher Verkehrsunternehmen (z.B. VS, NVG, W.D.R., SVG) konzentriert.

Heute nimmt neben Infrastrukturbewertungen (z.B. NKU Eifelquerbahn, OVG-Wirtschaftlichkeitsgutachten Westeifelstrecke) und dem Aufbau des Bereiches Mobilitätsmanagement vor allem die Angebotsoptimierung und Kostenkalkulation als Grundlage von  SPNV-Ausschreibungen aus Sicht der Aufgabenträger breiten Raum in seiner Arbeit ein. Mit dem maßgeblich von Mario Pott entwickelten BPV-Verfahren BepBo® - Betriebskonzepte effizient planen und Betriebskosten optimieren - wurden bereits über 50 Teilnetze, zuletzt die SPNV-Ausschreibungen „Kölner Dieselnetz“, „Hellwegnetz“, „Dieselnetz Ulm“ und „Ruhr-Sieg-Netz“ für die Vergabe optimiert. Die Aufgabenträger können mit BepBo® ihre SPNV-Leistungen vor dem Hintergrund zunehmend angespannter Budgets angebotsmaximiert und kostenminimiert vergeben.

Zudem hat Mario Pott das Internetportal DAiSikomm® maßgeblich mitentwickelt, welches effiziente, transparente und sichere Durchführung von Ausschreibungen und Kommunikationsprozessen ermöglicht, dabei aber trotzdem den Aufwand auf Seiten der Aufgabenträger entscheidend minimieren hilft. Mario Pott ist seit 2007 Vertreter der Geschäftsführung (i.V.) und leitet seit 2009 den zentralen Geschäftsbereich „SPNV und Schieneninfrastruktur“.

Erfahrungsbasis

Der regionale Schienenverkehr – die Beratung der Aufgabenträger zur Entwicklung des SPNV in den Ländern – ist einer der Kernkompetenzbereiche der BPV. Herr Dr. Zimmer ist bereits seit 1996 mit der ersten SPNV-Ausschreibung in Rheinland-Pfalz in diesem Bereich tätig. Unter der Leitung von Mario Pott wurden mittlerweile über 50 SPNV-Teilnetze mit dem eigens entwickelten Verfahren “BepBo® – Betriebskonzepte effizient planen und  Betriebskosten optimieren” bewertet bzw. optimiert. Neben SPNV-Ausschreibungen ist die effiziente Entwicklung regionaler Schieneninfrastruktur eine bedeutende Zukunftsaufgabe, der sich die BPV ebenfalls seit vielen Jahren erfolgreich stellt.

SPNV effizient vergeben

Mit der Bahnreform befindet sich der  SPNV seit 1996 in der Verantwortung der Bundesländer. Aufgrund zunehmender Budgetvorgaben haben nur effiziente SPNV-Angebote mit minimierten Kosten, zukunftsorientierter Nachfrageentwicklung und einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis gute Bestandschancen.  BPV unterstützt die Aufgabenträger bei der Entwicklung kosteneffizienter Betriebskonzepte, die in den Vergabeverfahren entsprechend der Erwartungen zu wirtschaftlichen Angeboten führen. Vielseitige Ansatzmöglichkeiten können zur Optimierung der Ergebniserwartung beitragen. BPV hat mit dem Verfahren BepBo® einen ganzheitlichen Ansatz entwickelt, der nach dem Bottom-Up-Prinzip alle Einflussgrößen berücksichtigt. Ebenfalls eine Eigenentwicklung ist das internetgestützte Ausschreibungs- und Kommunikationsportal DAiSikomm®, welches zur Durchführung der Vergabeverfahren nicht nur im SPNV genutzt wird.

Schieneninfrastruktur nutzungsorientiert entwickeln

Basis des  SPNV sind die Schieneninfrastruktur, deren Instandhaltung und die Finanzierung. Das gilt insbesondere auf den Nebenbahnen, die oftmals vernachlässigt werden. Aufgrund der Nachfrageentwicklungen und politischen Zielstellungen wurden und werden auch bereits stillgelegte Bahnstrecken wieder für den SPNV in Betracht gezogen. In diesen Fällen ist die Entwicklung einer bedarfsorientierten Infrastruktur von höchster Bedeutung und direkt relevant für die Folgekosten. Der richtige Ausbauzustand der Bahninfrastruktur ist wesentlich für einen wirtschaftlichen Betrieb und dementsprechend bedeutend für den Erfolg von Personen- und Güterverkehr gleichermaßen.

Beratungsansatz und Erfolge

Insbesondere der  SPNV-Bereich zählt zu den Kernaufgaben bei der Beratung der Aufgabenträger

  • In über 12 Jahren wurden mehr als 50 SPNV-Netze in nahezu ganz Deutschland entwickelt, bewertet und für die Vergabe vorbereitet.
  • Demnach wurden für ein jährliches Gesamtvolumen von über 190 Mio. Zgkm die maßgeblich technischbetrieblichen Wirkungen auf das Kostengefüge der fraglichen Teilnetze konkret nachgewiesen.
  • Bei üblichen Netzgrößen von 0,5 Mio. Zgkm/a bis über 14 Mio. Zgkm/a werden die individuellen Anforderungen und Vorgaben mit BepBo® kalkuliert.
  • Im Ergebnis haben weit mehr als die Hälfte der SPNV-Aufgabenträger in Deutschland die Vorteile von BepBo® erfolgreich bewiesen bekommen.

Nach geltendem Recht sind die Aufgabenträger verpflichtet, die technisch-betrieblichen und ökonomischen Bedingungen ihrer Vergabeverfahren laufend zu prüfen und ggf. so nachzusteuern, dass die Bedingungen im Wettbewerb für alle Bieter auch bei Änderungen im laufenden Verfahren gleichwertig bleiben. Mit  BepBo® ist dies jederzeit und auch kurzfristig möglich; zudem können die Wirkungen auf den Auftragswert und die Bewertung der Angebote gleichermaßen differenziert festgestellt werden. Die Methodik von BepBo® ist daher in höchstrichterlichen Entscheidungen uneingeschränkt bestätigt worden.

Betriebskonzepte effizient planen und Betriebskosten optimieren

  • SPNV-Leistungen bezüglich Nachfrage und Betrieb effizient entwickeln
  • Vollkosten von SPNV-Betriebskonzepten ermitteln und optimieren
  • Kosten verursachergerecht aufteilen

Besondere Herausforderung im SPNV-Markt

Seit der Regionalisierung des  SPNV werden die Verkehrsleistungen in Teilnetzen im Wettbewerb vergeben. Zunächst führten Wettbewerbseffekte oft pauschal zu Kostensenkungen. Die eingetretene Marktkonsolidierung zusammen mit der Finanzmarktkrise erfordern nun jedoch größtenteils wieder höhere Zuschüsse. Zusammen mit effektiven Kürzungen der Regionalisierungsmittel verschärft sich der Wettbewerb um die Finanzierbarkeit des SPNV stark. Hier sind zunehmend hocheffizient ausgestaltete und in ihrer Kostenstruktur detailliert durchkalkulierte auszuschreibende SPNV-Netze gefragt.

Bereits über 190 Mio. Zgkm/a wurden in  SPNV-Teilnetzen mit dem von BPV entwickelten Verfahren bewertet. Mit BepBo® werden kosten-nutzen-optimale Ausschreibungskonzepte erarbeitet und der zu erwartende Zuschusssatz, z. T. Cent-genau (€/Zgkm), vorab kalkuliert. Das Besondere an BepBo® ist die integrierte Erarbeitung und Planung effizienter Betriebskonzepte bei direkter Rückkopplung auf die zu erwartenden Kosten. Es werden dabei u. a. folgende Leistungen erbracht:

  • Analyse des Fahrzeugmarktes und Bewertung geeigneter Fahrzeuge
  • Kalkulation des Finanzierungsbedarfs nach den aktuellen Bedingungen des Finanzmarktes
  • Prüfung betriebskonzeptioneller Anforderungen insbesondere der Sitzplatzkapazitätsanforderungen
  • Erstellung effizienter Betriebskonzepte mit minimal benötigter Fahrzeuganzahl
  • Bewertung der Anforderungen an das Betriebskonzept sowie an die Infrastruktur
  • Kalkulation der netzspezifischen zu erwartenden Aufwendungen und des erforderlichen Zuschusssatzes
  • Rückkopplung und Optimierung der Anforderungen zur Minimierung der Kosten
  • Nach erfolgter Angebotslegung Prüfung und Bewertung der real angebotenen Kosten nach Einzelpositionen der jeweiligen Bieter
  • Vergabekammern und höchste Gerichte bestätigten die Belastbarkeit der BepBo®-Ergebnisse

Das  BepBo®-Verfahren ermöglicht nach dem Bottom-Up-Ansatz die fallspezifische Bewertung der Kostensenkungs- und Effizienzpotenziale. Durch eine permanente Rückkopplung der Anforderungen an das Betriebskonzept, ihre Auswirkungen auf die Kosten und die Wünsche der Auftraggeber, können individuelle, kostenrelevante Merkmale berücksichtigt werden, sowie mögliche finanzielle Auswirkungen einzelner Anforderungsgrößen kalkuliert werden:

  • Wirtschaftlicher Vergleich verschiedener Fahrzeuge
  • Wirkung unterschiedlicher Vertragslaufzeiten
  • Wirtschaftliche Auswirkungen durch Loseinteilungen
  • Kosten und Nutzen differenzierter Zugbegleitquoten oder anderer Qualitätsmerkmale
  • Laufzeithochrechnung von Kosten und Erlösen
  • Nachweis des realen Zuschussbedarfes
  • Verursachergerechte Lastenverteilung zwischen den beteiligten Aufgabenträgern